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Bewerbung in fünfzehn Minuten

Zwei Tage Sprint: Aus dem Bot wurde eine eigenständige Web-App mit Demo-Modus — und das Einreichen der Accelerator-Bewerbung selbst dauerte fünfzehn Minuten und endete mit einem Bier.

Von Georg Malahov

Die Bewerbung beim Accelerator ist eingereicht. Das Einreichen selbst dauerte etwa fünfzehn Minuten: Mein Freund und ich kopierten die Texte hinein, die er vorab vorbereitet hatte, und ins letzte Feld schrieben wir, dass es ein Hobby-Projekt neben dem Job ist und schon mehrere positive Rückmeldungen von Leuten bekommen hat. Abgeschickt — und dann mit einem Bier angestoßen. Um elf Uhr abends war ich völlig erledigt, aber auf dem Heimweg habe ich diese Notiz trotzdem noch ins Journal eingesprochen.

Fünfzehn Minuten sind nur die Spitze. Darunter stecken zwei Tage Sprint. Am Donnerstag, dem 27. Februar, telefonierten wir neunundvierzig Minuten und beschlossen: Schluss mit Diskutieren, morgen treffen wir uns und reichen ein. Am Freitag stand ich früh auf und erledigte das Wichtigste: Der Bot hörte auf, nur ein Telegram-Bot zu sein. Ich baute einen Web-Client — Notizen, inklusive Audio und Standort, laden jetzt direkt aus dem Browser hoch — und eine React-Komponente für die Sprachaufnahme. Alles auf einer Seite: Datumsauswahl, Chat, Suche, Datei-Upload. Nachmittags setzten wir uns ins Coworking, und mein Freund kümmerte sich um den Inhalt für die Demo.

Die Demo ist eine eigene Erfindung, auf die ich stolz bin. Wer die Bewerbung liest, wird nichts installieren und sich nirgends registrieren — also haben wir einen Demo-Nutzer gebaut: ein Klick, und man ist in der laufenden App, in der schon ein echter Tag aus der Bergtour meines Freundes vom letzten Sommer liegt. Sprachnachrichten, Fotos, Karte. Man öffnet den Chat — er zeigt die Nachrichten des Tages, man kann suchen, man kann Fragen stellen. Keine Screenshots, sondern ein lebendes Produkt.

Jener Demo-Tag in den Bergen — Sprachnotizen, Fotos, Karte; die Demo lebt bis heute in der App

Chat öffnen und den Tag in eigenen Worten befragen — die Antwort kommt aus den Notizen

Heute saß ich bis sechs Uhr morgens, dann nachmittags noch viereinhalb Stunden. An Kleinigkeiten ist viel zusammengekommen: ein Homescreen-Icon aus Safari heraus, das Abmelden des normalen Nutzers beim Betreten der Demo, damit niemand versehentlich Notizen in den öffentlichen Account schreibt. Das Einzige, was mich immer noch nervt: Bilder werden beim Hochladen seitlich gedreht — lokal funktioniert alles, aus dem Docker-Container nicht, und ich habe noch nicht verstanden, warum.

Abends, während wir den Demo-Tag verbesserten, kamen Dinge zum Vorschein, die man nur von außen sieht. Man scrollt die Timeline — oben ein Haufen gleichförmiger Audionachrichten, und erst danach Karten und Fotos; die Notizen sehen alle gleich aus, ohne eine kurze Zusammenfassung darin kann man sich unmöglich orientieren. Und als wir den Chat fragten, wie das Hotel aus der Reise hieß, stellte sich heraus, dass nirgendwo eine Adresse steht — nur eine Koordinate. Ein Mensch erwartet eine Adresse, keine Breiten- und Längengrade; Geocoding muss her. Auf die Nachbesserungsliste kamen auch Kleinigkeiten: Logo, Favicon, Analytics. Der Sohn meines Freundes hat versprochen, ein Demo-Video zu machen.

Die Bewerbung ist raus, ab jetzt hängt wenig von uns ab. Dafür habe ich zum ersten Mal eine Version des Journals, in die man einen völlig Fremden mit einem einzigen Link hineinlassen kann.