Brainstorming auf Aufnahme
Ich habe einen Freund ins Projekt geholt — und er brennt jetzt stärker dafür als ich. Wir setzten uns an die Accelerator-Bewerbung und nahmen das ganze Brainstorming direkt ins Journal auf: Zielgruppe, Integrationen und das größte Problem — die Eingabe-Schnittstelle.

Von Georg Malahov
Vor anderthalb Wochen habe ich einen Freund eingeladen, bei der Bewerbung für den Accelerator mitzumachen. Seitdem ruft er an, schreibt, will sich treffen — er ist so aktiv, dass ich ihn offenbar sowohl für das Projekt als auch für die Bewerbung selbst begeistert habe. Ein ungewohntes und angenehmes Gefühl: Bisher war das Journal eine Ein-Mann-Geschichte, und jetzt gibt es jemanden, der mich antreibt, nicht umgekehrt.
Heute haben wir uns zu zweit hingesetzt und ein Brainstorming veranstaltet. Das Schönste daran — wir haben es direkt ins Journal aufgenommen: Aufnahme gestartet, eine Stunde geredet, und der Bot hat alles selbst transkribiert. Das Produkt dokumentiert seine eigene Geburt — einen besseren Selbsttest kann man sich nicht ausdenken.
Worüber wir gestritten haben. Erste Frage — für wen ist das? Das Projekt ist als persönlicher Assistent entstanden: Man spricht Notizen ein, sie werden strukturiert, man kann darin suchen und Fragen stellen. Aber es gibt auch ein Team-Szenario: ein Meeting aufnehmen, ein Summary bekommen, es in Aufgaben zerlegen, an die Teilnehmer verschicken — wer macht was und bis wann. Deepgram, der Transkriptionsdienst, den ich nutze, hat einen Dialog-Modus — er unterscheidet Sprecher anhand der Stimme. Für das Team-Szenario wäre das genau das Richtige, nur habe ich diesen Modus bisher nicht aktiviert. Mein Freund zog mich mit aller Kraft in die Team-Richtung, ich stemmte mich dagegen: Trennen kann man das schon, aber man muss sich für eines entscheiden.
Zweite Frage — Integrationen. Ein ehemaliger Kollege hat mir klipp und klar gesagt, dass er anfängt, es zu benutzen, sobald es eine Kalender-Integration gibt. Wir haben über Zapier gesprochen — einen Dienst, der Tausende andere Dienste miteinander verbindet; theoretisch deckt eine solche Integration E-Mail, Kalender und Messenger auf einmal ab. Noch eine Idee — Fotoerkennung: Man schickt ein Foto von einem Fahrplan oder einem Schild, der Bot liest den Text aus und legt ihn neben die Notiz, später kann man danach suchen.
Aber mein wichtigstes Fazit ist ein anderes, und es geht nicht um Features. Das größte Problem ist die Eingabe-Schnittstelle. Egal ob persönlicher Assistent oder Team-Assistent: Die Eingabe muss mühelos sein, idealerweise im Hintergrund, wie ein echter Assistent. Der klassische Fall ist das Auto: Man fährt, spricht seine Gedanken ein, dann ruft jemand an — und kein Telefon bringt einen danach in die Aufnahme zurück. Unterbrechungen behandeln, im Hintergrund laufen, per Stimme starten — genau dort entscheidet sich, ob die Leute das benutzen werden oder nicht.
Und noch eine Entscheidung reift heran: Telegram schneidet die Zielgruppe stark zurecht. Niemand installiert einen separaten Messenger, nur um dein Produkt auszuprobieren. Also braucht die Bewerbung einen eigenständigen Web-Client, den man über einen ganz normalen Link erreicht.
Die Bewerbung muss bis Ende Februar raus. Zwei Wochen, um aus einem Bot für mich selbst etwas zu bauen, das ich Außenstehenden ohne Scham zeigen kann.