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In den Coworking-Space gekommen, mit einem Accelerator-Kontakt heraus

Ich wollte im Coworking nur arbeiten — und geriet in ein Pitch-Event für Studierendenprojekte, lernte einen Professor kennen, pitchte mein Sprachjournal zum ersten Mal auf Deutsch und bekam die Kontakte eines lokalen Accelerators.

Von Georg Malahov

Heute ist ein erstaunlicher Zufall passiert — ein Paradebeispiel für „zur richtigen Zeit am richtigen Ort". Ich bin ins Coworking gekommen, um zu arbeiten, und ausgerechnet heute präsentierten dort Studierende der Ingenieurshochschule Schweinfurt ihre Projekte. Die Projekte drehten sich hauptsächlich um Robotik, aber das war für mich nicht das Wichtigste: Ich lernte einen Professor kennen — Koordinator eines Programms zur Gründungsförderung und einer der Gründer dieser kostenlosen Coworking-Spaces.

Und ich konnte nicht nur fünf fremde Ideen anhören, sondern auch meine eigene präsentieren. Ohne Folien, ohne Vorbereitung — ein echter Elevator Pitch: sich schnell sammeln und auf Deutsch von meinem Sprachjournal erzählen. Ich habe sogar versucht, es live zu zeigen. Die Idee liegt offenbar gerade so sehr in der Luft, dass Außenstehende sie schnell verstehen und positiv aufnehmen.

Danach bekam ich die Kontakte des Accelerators Startbahn27. Ein richtiger Accelerator, wie Y Combinator, nur lokal: ein halbes Jahr Programm, Fachleute, die mit Rat zur Seite stehen, eine Bühne, auf der man Ideen pitchen und das Pitchen üben kann. Die Bewerbungsphase startet am 3. Februar, kommenden Montag. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass ich dort mitmache, koste es, was es wolle. Und man hat mir heute gleich etwas Wichtiges gesagt: Viele kommen dort mit Ideen an — ich komme mit einem funktionierenden Prototyp. Das Produkt existiert, man kann es benutzen. Es fehlen nur eine Landingpage und ein paar Nachbesserungen, damit ich mich nicht schämen muss, es herzuzeigen.

Besonderes Glück hatte ich bei einem Thema, das mich schon lange beschäftigt hat — dem Datenschutz. Gleich dort im Coworking lernte ich jemanden kennen, der für Datenschutzfragen zuständig ist und ein Digitalisierungsprojekt im juristischen Bereich betreibt. Ich habe mich beraten lassen — und verstanden, dass alles halb so wild ist. Die Kernbedingung: Die Daten, die ich auf meinen Servern speichere, dürfen Deutschland nicht verlassen. Mein Hosting läuft bei Hetzner — eine deutsche Cloud; ich habe den Namen direkt genannt, und er sagte: Das passt. Hetzner bietet einen Auftragsverarbeitungsvertrag, dieser Vertrag wandert in meine Datenschutzerklärung, die Nutzer bestätigen ihre Einwilligung — und solange ich mich an die Regeln halte und die Daten nicht missbrauche, gibt es keine Probleme. Das hat mich beruhigt: Eine furchteinflößende Rechtsfrage schrumpfte zu einer verständlichen To-do-Liste.

Noch etwas Lustiges: Über den Professor lernte ich eine Projektkoordinatorin kennen, die mich sofort mit einer Bekannten vernetzte — einer Designerin. Und alles fügte sich wie von selbst zu einem Bild zusammen: Hier ist Georg, der eine App hat; hier ist ein Accelerator, bei dem er mitmachen sollte; hier ist eine Designerin, die die App hübsch machen kann.

Ich habe all diese Informationen noch nicht verdaut, aber ich bin beeindruckt. Eineinhalb Monate lang war das Journal ein Werkzeug für mich allein — und heute stellte sich heraus, dass man es Fremden in drei Minuten erklären kann, und sie nicken. Bis zum 3. Februar brauche ich eine Website mit Landingpage und ein paar Verbesserungen im Bot, damit er präsentierbar ist. Die Zeit ist knapp — ich fange an, mich vorzubereiten.