Website für einen ukrainischen Verein angefangen
Im September hat mich über eine Bekannte ein ukrainischer Verein wegen einer Website angefragt. Heute war der erste richtige Termin: Anforderungen, Schriften, Domain — vorbereitet mit Claude.

Von Georg Malahov
Angefangen hat es schon im September. Über eine Bekannte hat mir damals eine Frau aus einem ukrainischen Verein in Deutschland geschrieben — sie wollten eine eigene Website. Wir haben gesprochen, ich habe einen Preis genannt, sie sind zum Besprechen abgezogen — und dann war lange Ruhe.
Letzte Woche hat der Verein wieder geschrieben: Wir können einen Termin machen. In dem halben Jahr war mir der Kontext natürlich aus dem Kopf gegangen — ich wusste weder die Details noch, was ich fragen und welche Unterlagen ich anfordern muss.
Vorbereitet habe ich mich zusammen mit Claude — dem AI-Agenten, mit dem ich gerade fast alles mache. Wir haben ein Miro-Board angelegt (Miro ist ein Dienst für Online-Whiteboards), mit einem Plan: was mitnehmen, was fragen, welche Unterlagen wofür nötig sind. Claude hat alle öffentlich verfügbaren Informationen über den Verein zusammengetragen — bis hin zum Namen der Vorsitzenden und der Mitgliederzahl — und alles aufs Board gelegt. Schriften und Palette haben wir besprochen, und er hat schnell ein Mockup skizziert, wie die Seite ungefähr aussehen wird.
Beim Termin selbst ging es um die Anforderungen. Ich habe das Mockup gezeigt, wir haben uns auf Schriften festgelegt, auf eine Domain, und den Zeitplan durchgedacht: was in welcher Reihenfolge passiert, wer was von wem braucht. Das Interessanteste kam danach. Den Ton des Termins habe ich mit meinem eigenen Call Copilot aufgenommen — der Extension, die Calls mitschneidet und transkribiert —, das Transkript heruntergeladen, in Claude geladen und ihn gebeten, das Board zu aktualisieren. Er hat alles Schritt für Schritt übertragen: was besprochen wurde, was nicht, zu welchen Schlüssen wir gekommen sind, welche neuen Eingaben dazugekommen sind. Danach habe ich noch ein kurzes Video aufgenommen, wie man mit dem Board arbeitet — wie man Kommentare schreibt, wie man Dateien hochlädt — und die Leute vom Verein eingeladen.
Das Ergebnis war so sauber und professionell, dass ich selbst überrascht war. Ich hätte gern, dass jemand so mit mir arbeitet — Punkt für Punkt, mit der ganzen Projekthistorie an einem Ort.
Für mich sind an dem Tag zwei Dinge zusammengekommen. Erstens ein ungewöhnlicher Auftrag: kein Startup, kein Business, sondern ein Zusammenschluss von Menschen, die einen Platz im Netz brauchen — und gekommen ist er nicht über den Markt, sondern über Bekannte. Zweitens eine neue Art, ein Projekt zu führen: die ganze Kommunikation, die Anforderungen und die Entscheidungen liegen auf einem Board, das der Agent aktuell hält.
Weiter geht es so: Ich warte auf Unterlagen und Texte vom Verein und setze mich an den technischen Teil und das Gerüst der Seite.