Sechzehn Projekte und eine Domain
Ich habe anderthalb Jahre meiner Sprachnotizen durchgesehen und sechzehn Projekte gezählt: manches in Repositories, manches auf Subdomains, manches lebt nur in meiner Erinnerung. Ich baue einen Hub: eine Domain, Produkte in Kategorien, ein Blog als Fundament.

Von Georg Malahov
Ich habe große Pläne für diesen April, und gestern, beim Durchsehen von anderthalb Jahren Sprachnotizen, war ich überrascht: Es haben sich sechzehn Projekte angesammelt. Der Hauptjob, Kunden-Websites, Call Copilot — eine Extension, die Anrufe transkribiert —, ein Untertitel-Editor, eine Diktier-App, das Sprachjournal, aus dem ich diese Notizen überhaupt erst gezogen habe. Ohne die Notizen hätte ich nichts gehabt, womit ich arbeiten könnte: Ich hätte mich hingesetzt, um mich zu erinnern — und es hätte sich angefühlt, als hätte ich nichts getan, nichts zu erzählen. Dabei ist alles da. Nur verstreut: manches in Repositories, manches auf Subdomains, und manches lebt nur in meiner Erinnerung.
Und auf meiner eigenen Domain steht ein Redirect auf LinkedIn. Den habe ich irgendwann schnell eingerichtet: Wenn ich LinkedIn schon pflege, soll das eben mein einziges Schaufenster sein — alles an einem Ort, und zu pflegen gibt es nichts. So funktioniert das nicht. Und es wirkt unseriös: Jemand, der von seinen eigenen Produkten leben will, zeigt statt einer Website einen Redirect auf ein Profil bei einer fremden Plattform. Zeit für einen richtigen eigenen Blog und eine eigene Website.
Der Plan: eine Plattform für meine eigenen und alle übrigen Projekte. Eine Domain, und die Produkte darauf — nicht auf Subdomains, sondern in Kategorien. Dazu ein Blog. Das Ziel: auf der eigenen Website ein Publikum und SEO aufbauen, eine konsistente Spur im Internet hinterlassen. Damit ich bei sonst gleichen Bedingungen konkurrenzfähiger bin — ob ich nun Aufträge für meine Leistungen suchen oder eigene Produkte verkaufen will.
Von allen persönlichen Projekten stehen Blog und Hub jetzt an erster Stelle, weil sie das Bindeglied zwischen allen anderen sind. Das Fundament. Sobald es steht, fange ich an umzuziehen: zuerst Call Copilot, dann die Untertitel, dann das Diktieren. Über die Kundenarbeiten lässt sich auch erzählen — jede hat eine Geschichte, einen Prozess und Schlussfolgerungen.
Meine Wette: Jedes Vorhaben soll entweder als Blogartikel enden, oder als Repository, oder als Produkt. Es soll einen Abschluss finden und Teil meiner Geschichte bleiben, statt einfach aufzuhören und zu verschwinden. Eigene Regale im Internet, in denen alles einsortiert ist. Von Regal und Etikett war schon im Herbst die Rede, im Kurs zum Produktstart — damals ging es um ein Produkt, jetzt geht es offenbar um alle auf einmal.
Vom Umfang her ist das keine Arbeit für einen Monat — eher für das ganze Jahr. Bis Jahresende soll die Website komplett laufen: die nach deutschen Regeln verpflichtenden Datenschutztexte, Login, Zahlungen, Newsletter. Die Besucherstatistik will ich selbst betreiben, auf dem eigenen Server: keine raffinierten Marketing-Pixel, einfach nur sehen, wie es wächst.
Ein eigener Punkt, der mehr kostet als die technischen: öffentlich werden. Ich bin mehrmals darüber gestolpert, dass ich mich geniere, von meinen Projekten zu erzählen — bei früheren Jobs habe ich sie vor den Kollegen versteckt. Im Moment bin ich der einzige Entwickler in der Firma, und Kollegen, die dasselbe tun, habe ich nicht. Nebenprojekte sind mein Weg zu wachsen, Kompetenzen aufzubauen und mich beruflich nicht zu verlieren. Wenn ich das alles veröffentliche, wird sichtbar, wie viel Arbeit darin steckt. Soll es sichtbar sein.
Überreden muss ich mich nicht mehr — ich habe mich entschieden. In den nächsten ein, zwei Monaten baue ich den Hub fertig und stelle die Projekte online. Am Jahresende soll auf dieser Domain eine lebendige Website mit Lesern stehen, kein Redirect auf LinkedIn.