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Der Diktier-Shortcut, der meinen Eltern gefiel

Ich habe die Idee einer KI-Diktierfunktion getestet: einen Shortcut fürs iPhone gebaut und meinen Eltern eingerichtet — sie nutzen ihn, auch wenn die eigenen Leute nicht zählen. Mir selbst habe ich das Diktieren auf dem MacBook eingerichtet: Ich spreche in beliebiger Sprache und bekomme sauberen Text auf Englisch.

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Von Georg Malahov

Ich habe lange nichts geschrieben — deshalb erzähle ich von einem kleinen Experiment, das mich mehr gefreut hat als die großen Projekte. Vor ein paar Wochen, am Wochenende des 14.–15. März, habe ich eine Idee mit KI-Diktat getestet: einen Shortcut fürs iPhone gebaut — einen „Kurzbefehl", ein Mini-Skript, das direkt im System lebt, ohne eigene App. Antippen, sprechen — und ich bekomme sauberen Text, ohne „ähm" und abgebrochene Sätze.

Ich habe ihn meinen Eltern eingerichtet. Er kam bei ihnen richtig gut an. Funktioniert gut, wirklich klasse. Besonders gefallen hat mir die Verteilungsmechanik: Einen Shortcut kann man direkt per Link teilen — die Person öffnet ihn, und bei ihr funktioniert alles. Kein Store, keine Installation, keine Anleitung über drei Bildschirme.

Mir selbst habe ich diese Woche dasselbe Diktieren auf dem MacBook eingerichtet. Und das erwies sich als wirklich nützlich. Ich kommuniziere gerade viel mit Claude — dem KI-Assistenten, mit dem ich Code schreibe —, und mit ihm geht es auf Englisch besser. Jetzt formuliere ich Gedanken per Stimme, wie es mir gerade passt: auf Russisch, auf Englisch, gemischt — und heraus kommt eine klare, strukturierte Nachricht auf Englisch. Das Diktat übersetzt in jede Zielsprache, arbeitet schnell, und die Hürde „sich hinsetzen und formulieren" verschwindet komplett: unterwegs eingesprochen — und der Gedanke liegt schon als fertiger Text da, den ich direkt abschicken kann.

Der Kontrast zum Hauptprojekt ist deutlich. Bei Call Copilot — meiner Browser-Erweiterung zum Transkribieren von Gesprächen — ist es gerade still: keine Updates, keine Zahlungen. Ich habe für einen Tag Werbung geschaltet, weil der Montag üblicherweise der effektivste Tag für Installationen ist — und nichts hat sich geändert. Manche installieren, manche nutzen, manche deinstallieren; einen Bedarf nach mehr sehe ich bisher nicht. Und hier ein an einem Wochenende zusammengebauter Shortcut — und er lebt: meine Eltern benutzen ihn, ich benutze ihn selbst. Über die Nachfrage sagt das nichts — die eigenen Leute zählen nicht, das habe ich selbst über die Zahlungen in Call Copilot geschrieben.

Deshalb überlege ich, wie ich das Diktieren in mein Produkt einbaue. In Call Copilot sind Bezahlung, Tokens und die ganze Infrastruktur drumherum schon fertig — das Diktieren würde sich dort sehr bequem integrieren: gemeinsame Infrastruktur, mehr Nutzen.

Aber Arbeit steckt da trotzdem drin. All diese kleinen Verbesserungen täuschen: Mir ist klar, wie ich sie umsetze, und trotzdem ist es kein „einfach mal machen". Jede verlangt einen Kontextwechsel, Eintauchen und Stunden am Schreibtisch. Ich komme einfach nicht dazu — es geht langsam voran, und im Moment gönne ich mir eine kleine Pause.

Das Diktieren läuft derweil auch ohne Nacharbeit: bei meinen Eltern auf dem Telefon, bei mir auf dem Laptop. Der Test ist einfach — werden sie es in einem Monat noch benutzen, wenn der Neuheitseffekt verflogen ist. Weiter reichen die Schlüsse nicht: Zwei Menschen aus meiner eigenen Familie sind keine Nachfrageprüfung, sondern nur ein Grund, die Idee bis zum Produkt zu bringen und sie an Fremden zu testen.