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Ein Auftrag über 100 Euro und ein einziger Knopf

Ein Freund hat für seinen älteren Kunden eine ganz einfache Diktier-App bestellt. Mein Shortcut scheitert an der Hintergrundaufnahme — und ein Prototyp der neuen App stand in siebzehn Minuten.

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Von Georg Malahov

Heute habe ich mit einem Freund gesprochen, und er hat mir eine Geschichte erzählt, die mich gleichzeitig amüsiert und inspiriert hat. Er hat einen Kunden, einen älteren Herrn: Tippen fällt ihm schwer, er sieht schon schlecht — und er versucht über allerlei Umwege, ChatGPT zum Diktieren zu benutzen. Dabei will er eine ganz konkrete Sache: eine Diktier-App für Android und für Windows. Und der Freund hat mir das Projekt faktisch in Auftrag gegeben — für diesen Opa eine ganz einfache App zu bauen. Grob gesagt ein einziger Knopf: Aufnahme drücken, diktieren, den bereinigten Text ansehen, kopieren oder teilen. Budget — 100 Euro.

Wenn ich es baue und verpacke, wird es sehr einfach funktionieren, und vielleicht verdiene ich meine 100 Euro. Aber darum geht es nicht. Das ist ein lebendiger Mensch mit einem konkreten Schmerz, der sich schon heute Umwege ausdenkt, nur um diktieren zu können. Eine weitere Bestätigung, dass die Idee mit dem Diktieren sehr gut ist.

Zu dem Shortcut, den ich im März gebaut habe, sage ich es direkt: Er funktioniert, aber nicht besonders. Die Hauptbeschränkung ist überall dieselbe — Audioaufnahme im Hintergrund. Alle wollen lange diktieren, und kein Umweg — weder eine HTML-Seite noch eine PWA, eine Web-App, die man aufs Telefon installiert — liefert Aufnahme im Hintergrund, besonders nicht auf iOS. Ich selbst benutze meinen Shortcut kaum noch: Die Übersetzung ist dort unbequem, der Hintergrund funktioniert nicht.

Deshalb habe ich beschlossen, es noch einmal zu versuchen — zumal neue, klügere Modelle erschienen sind. Eine universelle App, die maximal einfach funktioniert: drücken, diktieren, fertig — der Text liegt in der Zwischenablage, hingehen und einfügen. Und das habe ich schon gemacht. In siebzehn Minuten. Ich habe mit Claude gesprochen — dem KI-Assistenten, mit dem ich Code schreibe: Er hat einen Plan erstellt und ihn gleich selbst umgesetzt. Sieht nicht besonders schön und nicht besonders stilvoll aus, aber sehr einfach: ein paar Knöpfe, man trägt seine eigenen Modell-Keys ein — und alles läuft direkt auf dem Gerät. Für die verschiedenen Plattformen habe ich noch nicht getestet, aber das ist nicht das Wichtigste.

Weiter denke ich so: doch auf einer PWA aufbauen, aber in Capacitor einpacken — einen Wrapper, der eine Web-App in eine native App für Telefone verwandelt —, und möglicherweise zusätzlich in Electron oder Tauri, damit eine Desktop-App entsteht. Von Tauri weiß ich bisher nicht einmal, was das ist — ich finde es heraus. Und wenn die neue Version wirklich komfortabel wird und mir selbst gefällt, gebe ich vielleicht endlich das Geld für einen Apple-Entwickler-Account aus und veröffentliche meine erste App im App Store. Angeblich geht das mit den heutigen Modellen fast schlüsselfertig. Aber noch ist es zu früh: Ohne Traffic in bezahlte Accounts und Stores zu investieren, ist sinnlos.

Das heutige Gespräch hat dem Diktier-Projekt neues Leben eingehaucht. Hier kam alles zusammen, was mir in Pet-Projekten sonst fehlt: ein konkreter Auftraggeber, konkretes Geld und ein konkreter Mensch, der es benutzen wird. Bleibt nur, es in den Zustand zu bringen, in dem der Opa den Knopf drückt — und es bei ihm einfach klappt.