Burnout ist ein großes Wort
Ein Freitag mitten im Launch: zu wenig Schlaf, einfache Aufgaben, die sich über den ganzen Tag ziehen, alles ein bisschen unfertig. Was ich tue, wenn ich merke, dass ich nah am Rand bin.

Von Georg Malahov
Heute ist Freitag, und ich bin müde. Nicht dramatisch — ganz gewöhnlich: spät ins Bett, zu wenig geschlafen, den ganzen Tag wie gerädert. Die Aufgaben auf dem Plan waren einfach, haben sich aber über den ganzen Tag gezogen, und richtig rund lief es trotzdem nicht — es gibt Mängel und offene Enden, alles ein bisschen unfertig.
Das ist die Mitte eines Launches: Die Extension, die ich den ganzen November bis in den Store geschoben habe, ist veröffentlicht, und jetzt geht jeder Abend für Nacharbeiten drauf. Seit einigen Wochen gehe ich später ins Bett, als ich sollte, und stehe früher auf, als ich möchte. Der innere Antrieb trägt mich noch, aber die Woche war schwer: Gestern musste ich, statt ein paar kleine Bugs fertig zu fixen, ein ganzes Stück Architektur umbauen.
Am Abend habe ich das gemacht, was an solchen Tagen am besten funktioniert: Ich bin ins Schwimmbad gefahren. Geschwommen — wenig, aber geschwommen. In der Sauna gesessen, sogar einen Aufguss erwischt. Und nach Hause bin ich schon zufrieden gefahren. Unterwegs habe ich meinen Zustand für mich in Worte gefasst: Ich bin am Rand von... „Burnout“ ist wahrscheinlich ein zu großes Wort. Ich bin sehr müde — in einem Wort.
Ab hier habe ich einen eingespielten Zug, und der ist langweilig. Nachts nicht den Helden spielen. Nach Hause fahren, Zeit mit den Kindern verbringen, zu Abend essen und nicht zu spät ins Bett gehen. Und morgens mit dem Wecker aufstehen, um fünf oder sechs, wenn alle noch schlafen — und in Ruhe, mit frischem Kopf, genau die Bugs fertig machen, die abends nicht gehen wollten, und alles ordentlich testen. Abendlicher Heldenmut liefert bei mir zuverlässig ein Ergebnis, das ich morgens sowieso noch mal machen muss.
Anderes hilft auch: nach dem Mittagessen eine Runde spazieren gehen, selbst wenn es sich anfühlt, als wäre keine Zeit dafür. Und am Ende der Woche auf das Gemachte schauen. Und gemacht ist einiges: Die App steht im Store, die Bezahlung funktioniert, ich zeige sie schon Leuten.
Der Plan für morgen ist also einfach: früh raus, stille Wohnung, fertig machen, testen — und nächste Woche die neue Version veröffentlichen.