Privatsphäre interessiert fast niemanden
Call Copilot hat einen lokalen Modus: Die Erkennung läuft direkt im Browser, der Ton verlässt das Gerät nicht. Eingeschaltet wird er von wenigen, fast alle davon in der EU. Die Wette auf Privatsphäre ist nicht aufgegangen.

Von Georg Malahov
In Call Copilot gibt es einen lokalen Modus — das Modell Gemini Nano läuft direkt im Browser, der Ton verlässt das Gerät nicht. Gebaut habe ich ihn schon im Oktober, als ich aussuchte, womit ich mich von den Wettbewerbern abheben will.
Zehn Monate später sieht es so aus: Eingeschaltet wird er von wenigen. Fast alle davon sitzen in der EU, meist in Deutschland. Dasselbe höre ich auch persönlich — wenn ich im Gespräch von dem Produkt erzähle, bleiben die Leute genau an dieser Funktion hängen —, aber Gespräche mit Bekannten zählen nicht als Nachfrage.
Der Schluss fällt umgekehrt aus, als ich gerechnet hatte, und er gilt für meine Nutzer, nicht für den Markt insgesamt: Privatsphäre interessiert fast niemanden. Die Wette ist nicht aufgegangen — jedenfalls nicht bei dem Publikum, das bei mir ankommt.
Den Modus lasse ich trotzdem drin: In der Wartung kostet er mich nichts, und der Anteil derer, die ihn einschalten, ist die eine Zahl, an der ich merken werde, dass sich das Publikum geändert hat.