Microsoft Lens scannt nicht mehr: Alternativen
Microsoft Lens macht seit dem 9. März 2026 keine neuen Scans mehr. Was es auf iPhone und Android ersetzt — OneDrive, Dateien-App, Google Drive, Genius Scan, FairScan oder a4norm im Browser —, wo jeweils der Haken liegt und wie Unterlagen weiter ans Jobcenter gehen.
Aktualisiert am 2026-09-25
Kurz gesagt: Microsoft Lens (früher Office Lens) scannt nicht mehr. Seit dem 9. Februar 2026 ist die App aus den Stores verschwunden, seit dem 9. März 2026 macht sie keine neuen Scans. Microsoft selbst verweist auf OneDrive. Wer kein Microsoft-Konto und keine Cloud möchte, hat andere Möglichkeiten: den eingebauten Scanner im iPhone, Google Drive unter Android, Genius Scan, FairScan oder a4norm direkt im Browser, ohne Installation.
Was mit Lens passiert ist
Laut Microsoft wurde Lens am 9. Februar 2026 aus dem App Store und dem Google Play Store entfernt, scannen ließ sich damit bis zum 9. März 2026. Ältere Scans bleiben erreichbar, solange die App installiert bleibt und Sie mit dem Konto angemeldet sind, das Sie zuletzt in Lens benutzt haben. Als Ersatz empfiehlt Microsoft die OneDrive-App mit ihrer eingebauten Scanfunktion.
Wenn in Lens noch Scans liegen, die Sie brauchen: vor dem Löschen der App als Dateien sichern.
Im Leitfaden der Bundesagentur für Arbeit „Papierdokumente in PDF umwandeln“ steht Office Lens dagegen noch immer unter den Beispielen für kostenlose Scanner-Apps. Dieser Tipp funktioniert nicht mehr, es braucht also einen Ersatz.
Womit Sie Lens ersetzen können
Alle Möglichkeiten unten sind für die Hauptsache kostenlos: aus Papier ein PDF machen. Sie unterscheiden sich darin, wo der Scan landet, ob ein Konto nötig ist und auf welchen Handys sie laufen. Stand: September 2026.
| Möglichkeit | Für wen | Der Haken |
|---|---|---|
| OneDrive (iPhone, Android) | Wer ohnehin ein Microsoft-Konto nutzt. Der Ersatz, den Microsoft selbst vorschlägt | Microsoft-Konto nötig, der Scan landet in der OneDrive-Cloud. 5 GB kostenlos, geteilt mit Outlook.com |
| Dateien und Notizen (iPhone) | iPhone-Besitzer, die direkt über dem Blatt scannen. Nichts zu installieren | Keine Einstellung für das Seitenformat. Im Apple-Forum berichten Nutzer von Seiten im US-Format Letter oder in wechselnden Größen |
| Google Drive (Android) | Wer Google Drive auf dem Android-Handy schon hat | Google-Konto nötig, der Scan landet in Google Drive |
| Genius Scan (iPhone, Android) | Wer eine eigene Scanner-App ohne Cloud möchte | Eine App mehr. Texterkennung und Export in Clouds kosten Geld |
| FairScan (Android) | Wem offener Code und keine Werbung, kein Tracking wichtig sind | Nur Android |
| a4norm (Browser, jedes Gerät) | Wer keine App installieren und kein Konto anlegen will oder die Fotos schon gemacht hat | Kein Sucher mit Blattrahmen: Sie fotografieren mit der normalen Kamera, das Blatt wird danach gefunden. Am Handy bis zu einer halben Minute pro Seite |
Zu den einzelnen Möglichkeiten:
- OneDrive. Microsoft beschreibt den Scanner so: in der App auf Scannen tippen, „Dokument“ wählen, das Ergebnis wird als PDF in OneDrive gespeichert. Ein PDF fasst bis zu 10 Seiten unter Android und bis zu 30 auf dem iPhone. Die kostenlosen 5 GB teilen sich OneDrive, Anhänge in Outlook.com und die Microsoft-365-Apps.
- iPhone. In der Dateien-App auf die Taste „Mehr“ und dann „Dokumente scannen“; in Notizen auf die Anhang-Taste und „Dokumente scannen“. So beschreibt es Apple. In Dateien wählen Sie selbst, wo der Scan gespeichert wird. A4 kommt in Apples Anleitung nicht vor, und in einem Thread im Apple-Forum schreiben Nutzer, dass es sich nicht einstellen lässt.
- Google Drive. In der App unten rechts auf die Kamera tippen und fotografieren. Speichern lässt sich als PDF oder JPG in einen Drive-Ordner Ihrer Wahl, so Google.
- Genius Scan. Die kostenlose Version hat laut Hersteller keine Begrenzung der Scans und kein Wasserzeichen. Dokumente werden auf dem Handy verarbeitet und gespeichert, bis Sie sie selbst exportieren. Die Bezahlversion Ultra kostet 39,99 US-Dollar im Jahr und bringt Texterkennung, Export in Cloud-Dienste und Synchronisierung.
- FairScan. Eine Open-Source-App unter GPLv3, nur für Android ab 8.0. Verarbeitet alles auf dem Handy, ohne Werbung und ohne Tracking. Zu haben über F-Droid oder Google Play.
- a4norm. Das ist mein Scanner, er läuft direkt im Browser. Sie fügen Fotos hinzu — mit der Kamera, aus der Galerie oder aus Dateien — und tippen auf „PDF erstellen“. Heraus kommt ein PDF in exaktem A4, mehrere Fotos in einer Datei. Beide Seiten eines Ausweises landen auf einem Blatt, auch iPhone-Fotos im HEIC-Format lassen sich öffnen. Das Foto verlässt Ihr Gerät nicht, es gibt kein Konto, der Code ist offen. Nach dem ersten Aufruf funktioniert der Scanner ohne Internet, und die App-Seite lässt sich auf dem Startbildschirm installieren.
Was passt zu wem
- Sie scannen sofort, das Blatt liegt vor Ihnen, Sie haben ein iPhone. Der eingebaute Scanner in der Dateien-App: nichts zu installieren.
- Sie möchten denselben Ablauf wie mit Lens. OneDrive, wenn Sie ohnehin ein Microsoft-Konto haben.
- Sie möchten weder Konto noch Cloud. Genius Scan oder FairScan, wenn eine App in Ordnung ist; a4norm, wenn nicht.
- Das Dokument ist weg, nur ein Foto ist geblieben. Scanner-Apps erwarten das Blatt vor der Kamera. a4norm arbeitet mit dem Foto, das Sie schon haben — mehr dazu in der Anleitung zum Scan aus einem vorhandenen Foto.
Zwölf kostenlose Scanner nebeneinander — wohin das Foto geht, ob ein Konto nötig ist, ob die Seite genau A4 ist — stehen im Vergleich.
Unterlagen ohne Lens ans Jobcenter: drei Schritte
Wenn Sie den Scanner für Nachweise zum Bürgergeld gebraucht haben (seit dem 1. Juli 2026 heißt es Grundsicherungsgeld), bleibt der Weg derselbe; nur der Scanner ändert sich.
- Mit einem der Scanner oben ein PDF erstellen. Alle Seiten eines Dokuments in eine Datei, so rät es auch der Leitfaden der Bundesagentur. In a4norm alle Fotos des Dokuments hinzufügen und „PDF erstellen“ tippen.
- Der Datei einen kurzen Namen geben, zum Beispiel
Kontoauszug_2026-08.pdf. Welche Formate, Größen und Dateinamen jobcenter.digital annimmt, steht in einer eigenen Anleitung. - In jobcenter.digital hochladen, dort öffnen und jede Seite ansehen. Fehlt etwas oder ist etwas unlesbar, noch einmal hochladen.
Den ganzen Weg vom Foto bis zum Upload mit a4norm beschreibt die Anleitung Unterlagen fürs Jobcenter ohne Scanner hochladen. Ob das Jobcenter ein Dokument annimmt, entscheidet das Jobcenter; ein Scanner sorgt nur dafür, dass die Seite gerade und lesbar ist.
Ausprobieren können Sie a4norm gleich auf der Seite des Scanners, ohne Anmeldung und ohne Installation.