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Ich mache alles kostenpflichtig

In einem Monat hat die Transkription rund 180 Dollar gekostet, drei Viertel davon haben Gratis-Nutzer verbraucht. Der vierte Kauf im Projekt kam derweil über 2 Euro. Ich schließe den Gratis-Plan.

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Von Georg Malahov

Ich habe in die Rechnungen von Call Copilot geschaut. Im letzten Monat hat die Transkription rund hundertachtzig Dollar gekostet, und drei Viertel davon haben Gratis- und anonyme Nutzer verbraucht. Transkription wird pro erkannter Minute abgerechnet, die Rechnung wächst also genau mit dem, was die Leute gesprochen haben.

Danach habe ich mich hingesetzt und geschaut, wohin das Geld eigentlich fließt. Das Bild war simpel und wenig erfreulich. Es geht schnell weg, weil sehr viele Calls eine Stunde oder vierzig Minuten dauern: Die Leute bringen kein kurzes Fünf-Minuten-Standup mit, sondern einen ausgewachsenen Call, manchmal zwei hintereinander. Böse Absicht steckt da keine dahinter — sie nutzen das Produkt genau so, wie ich es selbst gedacht hatte.

Mein größter Fehlschlag in diesem Abschnitt ist nicht technisch: Ich habe den kostenlosen Testplan als Einstiegs-Funnel behandelt, dabei ist er in Wahrheit ein reiner Kostenposten. Kein „billiges Marketing", keine „Investition in Wachstum" — einfach eine Rechnung, die ich selbst bezahle, jeden Monat, für Leute, die nicht vorhaben zu zahlen. Ich habe das so lange für einen normalen Preis der Nutzergewinnung gehalten, dass ich nicht mehr gemerkt habe: Es findet gar keine Gewinnung statt. Ein Gratis-Nutzer wird nicht von allein zum zahlenden, wenn ihm die Gratis-Version völlig reicht.

Denn hier ist die zweite Zahl. Am Samstag, dem 23. Mai, gab es den vierten Kauf im Projekt. Über zwei Euro. Fast schon komisch — ich habe beinahe aufgehört, mich zu freuen. Das Tempo liegt bei etwa ein bis zwei Käufen im Monat, die Beträge winzig. Und neben diesen zwei Euro wirken hundertachtzig Dollar Monatskosten besonders eindrucksvoll.

Deshalb habe ich für mich Folgendes entschieden: Ich schließe den öffentlichen Gratis-Zugang. Das Einfachste, was sich sofort machen lässt: den kostenlosen Testplan komplett dichtmachen und nur den bezahlten übrig lassen — oder die Gratis-Version radikal zusammenstreichen, damit sie aufhört, meine Tokens zu verbrennen. So viel bezahlt, so viel genutzt. Wer schon zahlt, nutzt weiter wie bisher — die fasse ich nicht an.

Wobei „einfach schließen" leicht gesagt ist. Ich habe inzwischen echte zahlende Nutzer, also muss jetzt jede Bewegung vorsichtig passieren. Dazu kommt der Plan, Call Copilot in den Hub umzuziehen und von Supabase wegzugehen — und eine Migration mit Leuten, die ein aktives Abo haben, ist ein eigenes Kopfzerbrechen, das ich mir, glaube ich, noch nicht ganz zu Ende vorgestellt habe. Es ist viel Arbeit, und nichts davon dreht sich um schönen Code, sondern darum, den wenigen, die schon Geld dagelassen haben, nichts kaputt zu machen.

Die Entscheidung zu überprüfen ist einfach: Nach dem Schließen des Gratis-Plans muss die Transkriptionsrechnung vergleichbar werden mit dem, was mir gezahlt wird — nicht gleich hoch, aber wenigstens dieselbe Größenordnung. Wenn die Kosten sinken und die Käufe bei ihren tristen ein bis zwei im Monat bleiben, dann habe ich wenigstens aufgehört, für fremde stundenlange Calls draufzuzahlen. Wenn aber die Kosten zusammen mit den Käufen auf null fallen, dann waren die Gratis-Nutzer kein Kostenposten, sondern alles, was ich hatte — und dann muss ich zugeben, dass bisher niemand bereit ist, für das Produkt Geld auszugeben.

Jetzt gehe ich erst mal in die Analytik: Welcher Anteil der Nutzer den Gratis-Zugang ausreizt, wer am meisten verbraucht und wie das in den Gesamtzahlen aussieht.